Treffen 10 – 12 (Ende Mai – Juni 2013)

Plakat: Ich will’s ernsthaft
Das Plakat “Ich will’s ernsthaft” ist Teil einer Kampagne zur AIDS-Aufklärung der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Hier könnt ihr selbst nachschauen, wie dieses Plakat und die restlichen Plakate der Kampagne aussehen: www.machsmit.de. Auf dem Plakat ist eine Woman of Color zu sehen, als “Spruch” steht dort “Ich will’s ernsthaft.”.
Eine Person hatte sich im Beisein eines Kartoffelbrei-Mitglieds negativ zu dem Plakat geäußert. Auf diese Weise gelangte das Plakat als Gesprächsthema ins KB-Plenum. Nach einer längeren Diskussion sowie der Kritik einer Schwarzen Genossin, haben wir beschlossen, uns hier nicht einzuschalten. Zum einen ist die Person, die das Plakat ursprünglich kritisiert hatte, nicht von Anti-Schwarzem Rassismus betroffen. Zum anderen sind wir (als weiße) – sofern wir nicht explizit aufgefordert wurden – immer in einem Handlungswiderspruch: Wir möchten uns nicht als weiße in den Vordergrund drängen und für People of Color sprechen. Andererseits möchten wir „Verbündete“ sein im Kampf gegen Rassismus, undin der Lage sein eigenständig Kritik zu üben.

Sommerblut-Ausstellung
Auf dem Sommerblut-Festival in Köln 2013 war das zentrale Thema „Flucht“. Auf der Ausstellung von Birgit Rueberg: www.birgit-rueberg.de „Reise ins Licht“ wurden Bilder von Schwimmwesten gezeigt, die von Geflüchteten bei der Flucht über das Meer getragen wurden. Hier ist bereits ein Bild zu sehen (Triggerwarnung für Geflüchtete/von Rassismus Betroffene) : 2013.sommerblut.de/birgit-rueberg . Ein Kartoffelbrei-Mitglied war dort mit einer Person of Color, die dieses „künstlerische“ Konzept stark kritisierte. Es wird beschlossen, eine Mail an die Künstlerin zu schicken, sofern die Person, die dies kritisiert hatte, dem zustimmt.

ISD-Brief an taz
Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) hat anlässlich einer Podiumsveranstaltung des sogenannten taz.lab (Kongress der Tageszeitung taz) des Jahres 2013 einen offenen Brief/eine Stellungnahme verfasst: neu.isdonline.de/offener-brief-an-die-t…. Auf dieser Veranstaltung kam es zu einem rassistischen Eklat, den auch Mitglieder der ISD z.T. live miterleben mussten. In der taz erschienen im Anschluss an die Veranstaltung mehrere Artikel, die eine deutliche Abwehr- und Blockadehaltung der taz gegenüber den Rassimus-Vorwürfen zeigten (dazu hier auch ein Link zum tazlab sowie Links zu den taz-Artikeln (Rassimus-TW)) : neu.isdonline.de/zum-nachhoren-mitschni… ).
Kartoffelbrei als Gruppe hat diesen Brief ebenfalls unterzeichnet, um Solidarität zu bekunden.

Leser_innenbrief an RHZ
Kartoffelbrei hatte bereits vor einiger Zeit einen Leser_innenbrief an die Rote-Hilfe-Zeitung: www.rote-hilfe.de/downloads/category/4-… verfasst, in dem ein zuvor erschienener Brief eines Lesers kritisiert wurde, der das B-Wort zu verteidigen versuchte. Unser Brief wurde letztlich in Absprache mit People of Color-Aktivist_innen an die Rote-Hilfe-Zeitung gesendet. In der Ausgabe 2/2013 ist nun auch unser Brief erschienen. Bisher haben wir noch keine Reaktionen darauf erhalten. Wir planen, den Brief demnächst auch auf dem Blog zu posten.

Transparenz
Die Protokolle der Kartoffelbrei-Plena werden zukünftig auf dem Blog zusammengefasst, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unsere „Rohprotokolle“ werden wir nur ausgewählten „Aktivist_innen-Gruppen“ zur Verfügung stellen.

Berlin- Queer-Liste
1 Kartoffelbrei-Mitglied hat die Vorgänge rund um das Queer-Fest in Berlin miterlebt. Hier könnt ihr die Geschichte nachlesen: uzh.moreganize.ch/bOPJjhtJw6R . Wir können die Ereignisse dort möglicherweise nicht so gut einschätzen, wie die Beteiligten. Klar ist jedoch, dass People of Color mit ihren Stimmen über die Gender-Liste (Mailingliste) Abwehrhaltungen und Unsichtbarmachung erfahren haben.

Veranstaltung Polizeigewalt
Im April 2013 gab es in Köln eine Veranstaltung zu Polizeigewalt im Rahmen der Refugee-Bustour: refugeesrevolution.blogsport.de. Die Gäste waren: 1 Refugee-Aktivist, 2 Ladenbesitzer aus der Keupstraße, 1 weiße Refugee-Unterstützerin, 1 weißer Moderator, 1 weißer Übersetzer, 1 weißer Anwalt. Kartoffelbrei-Mitglieder haben die Veranstaltung als Zuhörende besucht und fanden verschiedenen Dinge kritikwürdig. Der Refugee-Aktivist sowie die weiße Unterstützerin haben sehr viel weniger Redezeit zugesprochen bekommen als die anderen Gäste. Der weiße Anwalt hingegen hat extrem viel geredet und sehr viel Zuspruch erhalten. Der weiße Moderator scheint wenig Vorwissen über impliziten Rassismus zu haben und verwendet zum Teil rassistisch geprägtes Vokabular.
Während der Veranstaltung haben wir als Gruppe nicht interveniert, es war uns auch nicht klar, was geeignete Interventionsstrategien hätten sein können. Nun werden wir aber zumindest eine Mail an die Veranstalter_innen schreiben, in denen wir unsere Kritik darlegen.

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