Treffen 4 – 6 (Februar – März 2013)

In der Zeit von Mitte Februar bis Mitte März 2013 haben wir zum ersten Mal Kontakt zu People of Color Gruppen aufgenommen, eine Intervention auf Anfrage des Arbeitskreises People of Color Empowerment verfasst und Alltagserfahrungen und –gedanken reflektiert. Daneben gab es noch ein wenig Organisatorisches zu klären und der Technik-Nerv begann.

Zur Kontaktaufnahme mit People of Color Gruppen sollte eine Mail geschrieben werden und ein erster Entwurf stand zur Diskussion. Die haben wir dann sehr lange und ausführlich geführt. Jedes einzelne Wort wurde kritisch betrachtet, um ja keinen „Fehler“ zu machen. Die Resonanz darauf war eher sehr dünn. Wir haben eine einzige Antwort bekommen, die offenbart hat, dass unser eigentliches Anliegen nicht wirklich rüber kam oder nicht auf Interesse gestoßen ist.

Die Ausformulierung der Intervention begann mit einer gemeinsamen Diskussion und wurde dann per Pad weiter verfeinert. Die ersten Empfindungen, als wir die Anfrage oder auch Aufforderung bekamen, waren sehr unterschiedlich. Sie gingen von emotionaler Distanzierung und Abgrenzung à la „ich bin autonom, lasse mir nichts vorschreiben“ und „dann sollen wir noch kontrolliert werden“ bis zu Freude, einen solchen Vertrauensbeweis zu bekommen. Die Gefühle haben sich teilweise überlagert und gingen mit Ängsten einher, Anforderungen nicht gerecht zu werden.

Es gab zwei Interventionen von People of Color in unsere Gruppe: Einerseits die Bitte, unsere Protokolle zur Verfügung zu stellen. Andererseits wurden wir darauf hingewiesen, dass wir alle Laien in Bezug auf Rassismus sind, nur weißes Wissen haben und vielleicht erst ein Mal lesen und uns inhaltlich mir Rassismus auseinander setzen sollten.

Mit dem Autonomen FrauenLesbenReferat der Uni Köln hat sich zur Organisation eines Critical Whiteness Workshops eine Zusammenarbeit angebahnt. Der Rahmen und die Bedingungen müssen noch geklärt werden, z.B. ob der Workshop auch für Cis-Männer geöffnet werden soll oder nicht. An gemeinsamen Plenas mit den Kartoffelbrei-Frauen hat das Referat kein Interesse, da auf ihren Critical Whiteness Plena auch immer viele referatsinterne Themen besprochen werden.

Es kamen immer wieder Zweifel auf, ob unsere Gruppe in dieser Form überhaupt sinnvoll ist. Immer wenn es um die Reflexion “schwieriger” Situationen mit People of Color ging, gab es den Zweifel ob wir nicht einfach nur “rum heulen” und klassische Täter-Betroffenen-Umkehr betreiben. Ein Verdrängen der Auseinandersetzung aufgrund eines “Unwohlseins” ist aber auch problematisch; es muss eine Thematisierung der eigenen Rassismen geben und welcher Raum sollte denn besser dafür geeignet sein? Außerdem gibt es die eindeutige Forderung von Betroffenen, sich erst mal unter weißen mit den eigenen Rassismen auseinanderzusetzen. So müssen erste Abwehr und grober Unfug nicht von Betroffenen aufgefangen werden, sondern die weißen können sich selbst darum kümmern. Das heißt natürlich nicht, dass es keine Rücksprache mit Betroffenen geben soll.

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