Treffen 7-9 (Ende März – Mai 2013)

Themen

In den Plena von Ende März bis Anfang Mai 2013 haben wir uns mit folgenden Themen beschäftigt:
Privilegierten-Depressionen
Von People of Color wurde reingetragen, dass wir uns mit dem Thema Privilegierten-Depressionen auseinandersetzen sollten. Fragen dazu: Wie äußern sich diese bei weißen Männern? z.B. Sinnlosigkeitsgefühl, Sehnsucht nach De-Privilegierung, nach „gerechtem Kampf“. Inwiefern wird da ein „Kümmer dich“-Anspruch an weniger Privilegierte gestellt? Erste Gedanken für Möglichkeiten weißer: Auflösen von Verneinzelung, Power-sharing, Privilegien abgeben, den weißen Anspruch auf Individualität und Autonomie aufgeben, weiße auf das Strukturelle ihres Leidens aufmerksam machen.

Handlungsfähigkeit bei Kritik an Veranstaltungen?
Einige Leute von Kartoffelbrei waren bei einer Veranstaltung zu Rassismus von überwiegend weißen Organisationen. Wir fanden dort viel problematisch: Es gab keine Übersetzung vom Deutschen in andere Sprachen, die Veranstaltung war männer- und weißdominiert. Der Moderator benutzte rassistische Begriffe. Men of Color und weiße Frauen (es saßen keine women of color auf dem Podium) nahmen sich in der Redezeit zurück („wir wollen nicht vom Thema ablenken“), wobei weiße Männer „ohne Ende“ redeten. Es wurde von den Kartoffelbrei-Leuten auf der Veranstaltung nicht reagiert. Im Plenum nach der VA wurden verschiedene Gründe dafür genannt: 1. weil es uns teilweise nicht aufgefallen ist, 2. die Situation zu „neu“ war oder 3. weil wir Hemmungen hatten 4. weil wir es auch nicht mussten 5. weil wir nicht wussten, wie wir als weiße intervenieren. Um in kommenden Veranstaltungen handlungsfähiger zu werden, wurden diese Ideen gesammelt: 1. Hemmungen abbauen üben: aus was bestehen die Hemmungen? 2. Notizen während Veranstaltung aufschreiben, in Briefform fassen und nach Veranstaltung an alle Involvierten schicken. Evtl. auch People of Color-Gruppe fragen, ob die das mit unterstützen wollen. 3. Im Zuge der Kritik eine Utopie entwickeln, wie anti-racist spaces aussehen können. Dafür wollen wir den Reader anti-racist-spaces benutzen. Aufhänger für den anfänglichen Anspruch: Räume “entweißen”.

Wie weißsein und Rassismus thematisieren in Projekten?
Eine Person von Kartoffelbrei hat Fragen zu einem Vernetzungsprojekt reingetragen. Wie sehr soll das Thema Rassismus im Verhältnis zu anderen Diskriminierungskategorien besprochen werden? Momentan dominiert das Thema weißsein den Text. Ist das schräg, was schwingt dabei mit, ist das gerade eben so, weil es das zentrale Thema ist und andere Auseinandersetzungen weniger im Vordergrund stehen? Daraus ergab sich neues Thema: Wie viel weiße Unsicherheit explizit machen ist ok, ohne sich selbst wieder zum Opfer zu machen? Es gibt den Wunsch, People of Color zum Projekt einzuladen und weiße Räume zu “entweißen”. Gefahr dabei: People of Color auf ihre Positionierung zu reduzieren und damit wieder Rassismen zu reproduzieren. Es kam eine Diskussion um „Quoten-Person of Color“ auf. Wie kann ein Schutzraum für People of Color gestaltet werden, wenn weiße das organisieren?

no-border-camp Reflexion
In einem Plenum kam das Bedürfnis einiger Menschen in der Gruppe auf, das no-border-camp 2012 in Köln zu reflektieren. Diesen Punkt haben wir jedoch verschoben, da nur wenige Menschen bei dem Plenum waren.

Aktivität

Und das haben wir gemacht:
Anfrage Organisation einer Veranstaltung zu Anti-Romaismus
Es gab eine Anfrage von einer weißen Organisation, ob wir eine Veranstaltung zu Anti-Romaismus-mit organisieren wollten. Tendenziell wollten wir die Veranstaltung gerne unterstützen, aber nicht organisieren, da wir uns nicht genügend in der Thematik fühlten.

Organisation critical whiteness workshop
Wir haben uns mit Orgafragen für den cw-workshop beschäftigt: Zeitpunkt, Werbung, mögliche Leitung, Ort, Geldorga , Gruppenzusammensetzung. Bezüglich der Gruppenzusammensetzung haben wir entschieden einen FLTI* und einen “gender-gemischten” workshop, an dem wir als Gruppe teilnehmen können zu organisieren. Erste Anträge wurden geschrieben, z.B. an die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Der FLTI*-workshop soll in Zusammenarbeit mit dem Autonomen Frauen und Lesben-Referat der Uni Köln laufen.
Es gab Unsicherheiten, ob wir erneut eine People of Color Gruppe, die über persönliche Beziehungen mit Teilen von uns verknüpft ist, wegen einer gemeinsamen Organisation des People of Color-Empowerment-workshops und des critical-whiteness-workshops anschreiben sollten, ob ob das nervt, da keine Rückmeldung kam. Frage war, ob wir weiter organisieren oder lieber warten sollten.

Rote Hilfe Artikel
Unser Artikel (Reaktion auf den Artikel „ACAB- Eine auf wenige Worte reduzierte Aussage“ von Henning aus Bremen (ZRH 4/2012), der eine Reaktion auf den Artikel „Kampf den hohlen Parolen“ von Buvo-Hannah (ZRH 3/2012) war, erschien. In den Artikeln geht es um die Benutzung der Parole ACAB und damit um die politische Tragbarkeit des Begriffs B*) an die Rote Hilfe ist abgeschickt. Das Thema war in der RHZ weiter präsent geblieben und es gab zwei weitere kritische Abdrucke zum Thema B..

Lesepläne
Wir wollen „Playing in the Dark“ von Toni Morrison lesen.

Gruppenstruktur/Organisation

Regelmäßigkeit der Treffen
Es kam in Gruppe bei einigen Leuten Unmut auf, da manche Leute sehr regelmäßig da sind, andere weniger regelmäßig und ohne abzusagen nicht da sind. Ideen für Umgang damit: je eine Person übernimmt Verantwortung fürs nächste Treffen. Wir wollen uns alle zwei Wochen treffen und über unterschiedlich gesetzte Prioritäten reden und Transparenz darüber schaffen.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>