April 2014

Im April-Plenum wurde in erster Linie die Arbeit von Kartoffelbrei der letzten Monate reflektiert, über zukünftige Kapazitäten der einzelnen Mitglieder gesprochen und daraufhin die Struktur der Gruppe verändert.

Die Reflexion unserer Arbeit hat gezeigt, dass mindestens ein herangetragener Punkt einer Person of Color missverstanden wurde, was wir wiederum erst durch den Hinweis besagter Person gemerkt haben. Bei der Anfrage dachten wir weißen sofort, dass die Person of Color unseren Support braucht und wir helfen sollen, was hier aber gar nicht der Fall war. Dies hat uns nochmal unsere weißen Allmachtsphantasien verdeutlicht, im Sinne von Persons of Color „brauchen“ weiße.

Die Reflexion von Witten hat gezeigt, dass die Aufgabenverteilung unter den Mitgliedern von Kartoffelbrei nicht ganz klar war und zu viel Hin und Her sowie Hektik geführt hat.

Einen Großteil des Plenums haben wir über die Rollenverteilung in der Gruppe gesprochen. Dabei wurde sich viel über die Frage, wer traut sich was nicht und warum gesprochen. Ein Sich-Nicht-Trauen (z.B. von Texten schreiben) ist für die Support-Arbeit hinderlich, da man sich auf diese Personen nicht verlassen kann. Dabei ist ein Sich-Trauen auch eine Frage von Gender und Empowerment. Empowerment ist aber in dem Rahmen von Kartoffelbrei als CW- und gemischter Gruppe schwierig.

Weiterhin ist das Ungleichgewicht von Verantwortungs- und Aufgabenübernahme in der Gruppe für die, die viel Verantwortung und Aufgaben übernehmen frustig. Aktivere Mitglieder haben Unmut über diese Rollenverteilung geäußert und keine Lust mehr darauf, die passiveren Mitglieder mitziehen zu müssen, sondern wollen ihre Energie in die CW-Arbeit stecken. Mitarbeit in einer CW-Gruppe stellt nach außen einen Image-Gewinn dar, was nicht durch Passivität ausgenutzt werden soll. Es wurde aber auch darüber gesprochen, dass es schwer ist, festgefahrene Rollen zu durchbrechen.

Es gab allerdings nicht das gleiche Verständnis bei allen darüber, wer eigentlich passiv (Verantwortung abgebend) und wer eigentlich aktiv (Verantwortung übernehmend) ist. Gender spielt dabei auf jeden Fall eine Rolle. Frauen, die nicht aktiv sind, ziehen sich zurück. Den besagten FLTI* ist dabei nicht klar, was an ihrer Passivität mit weißen Abwehrmechanismen und was mit De-Privilegierung in Bezug auf andere Machtverhältnisse, z.B, FLTI*-Sein oder soziale Herkunft zu tun hat. Eine FLTI* hat auch geäußert, dass sie sich gerade lieber mit dem eigenen weiß-sein auseinandsetzen will und sich noch nicht bereit für Interventionen fühlt. Daran anknüpfend kam die Frage auf, ob wir allgemein zu früh mit Interventionen begonnen haben. Dies wurde aber nicht weiter diskutiert. Bei den cis-Männern ist aufgefallen, dass einer von ihnen, auch wenn er sich zurücknimmt, durch seine klare Sprache und sein klares Auftreten immer eher dominant wirkt. Ein anderer, der sich als aktiv wahrnimmt, versucht sich genderbezogen zurückzunehmen, ist sich da aber unsicher inwiefern das klappt. Wünscht sich eine Rückmeldung über sein Auftreten. Dafür ist ein Treffen unter den cis-Männern angedacht.

Während der Diskussion kamen die FLTI* immer wieder auf den vor kurzem besuchten FLTI* CW-Workshop zu sprechen, den sie super fanden. Die Auseinandersetzung mit weißsein war sehr entschleunigt und es ging darum, in diesem Prozess auch nett zu sich sein zu dürfen. Bei Kartoffelbrei wird das nicht immer so empfunden. Auch wenn wir zum Ziel haben, hier keine Selbstgeißelung zu betreiben, können sich einige von dem Gefühl nicht ganz frei machen und fühlen sich in der Gruppe viel gestresst, was aber vielleicht auch mit weißer Abwehr zu tun hat.

Außerdem wurde über die Kapazitäten der einzelnen Mitglieder gesprochen. Einige Mitglieder haben in Zukunft weniger Kapazitäten, weswegen eine neue Struktur für Kartoffelbrei erarbeitet wurde: Ab jetzt ist das bisherige monatliche Treffen ein Treffen zur Reflexion von weiß-sein. Dazu wird es nun ein weiteres monatliches Treffen mit dem Fokus auf Interventionen geben sowie separat die Finanz-AG.

Unter dem Punkt Herangetragenes gab es im April-Plenum wenig Neues. Die Vernetzungsanfragen sind weiter in Bearbeitung.

Neue Leute wären für Kartoffelbrei super. Es werden drei Personen gefragt.

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